Im Einklang mit seinen Werten sorgt für ein zufriedenes Arbeitgeber

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Unsere Werte sind Ausdruck unseres Wesens, geprägt durch Charaktereigenschaften, Denkmuster und Erziehung. Sie können sich im Laufe unseres Lebens durch die Erfahrungen, die wir machen, verändern. Einschneidende Erlebnisse haben sogar das Zeug dazu, sie von jetzt auf gleich zu verschieben.

Wir können uns unsere Werte als eine Art Wegbegleiter im Leben vorstellen: An Weggabelungen geben sie uns Orientierung, in welche Richtung wir abbiegen sollten – wenn wir sie denn kennen und berücksichtigen. Anhand unserer Werte lässt sich auch herausfinden, ob ein Job, eine Freundschaft oder eine Partnerschaft für uns erfüllend sein kann.

Die meisten Konflikte in unserem Leben sind Wertekonflikte. Deshalb ist es hilfreich, wenn wir uns unserer Werte bewusst werden und kritisch prüfen, ob wir nach ihnen leben. Denn das ist einer der Faktoren, die uns zufrieden machen. Werte gehören neben den Stärken und dem Flow in die Engagement-Säule der Arbeitszufriedenheit.

Werte als Wegbegleiter

Passt es noch?

Es ist eine gute Idee, von Zeit zu Zeit in uns hineinzuschauen und unsere Werte zu bestimmen. So können wir für die verschiedenen Bereiche unseres Lebens feststellen, ob wir im Einklang mit ihnen leben und handeln und wo vielleicht Wertekonflikte bestehen, die uns unzufrieden machen.

Gerade im Job passiert es leicht, dass wir durch die vielen Aufgaben, die es zu bewältigen gilt, gar nicht bemerken, dass sich unsere Werte verschoben haben und nicht mehr zu unserer aktuellen Jobrolle oder gar unserem Arbeitgeber passen.

Mir ist es so ergangen: Ich war unzufrieden mit meinem Job und mit der Zeit ist dieses Gefühl immer stärker geworden. Ich habe zunächst nicht verstanden, woran es lag. Irgendwann ist mir klar geworden, dass es nicht mehr meinen Werten entsprach, jeden Tag in ein Unternehmen zu gehen, und damit viel Geld zu verdienen. Der Wert Freiheit war auf meiner Werteleiter nach oben geklettert und das hat mit meiner Aufgabe als Projektleiterin nicht harmoniert. Ich wollte nicht mehr vom Management vorgegeben bekommen, was ich zu machen habe. Was im Nachhinein einfach klingt, war natürlich ein längerer Prozess. Aber am Ende habe ich mich dazu entschieden, mich selbstständig zu machen. Und es keinen Tag lang bereut!

 

Das Werte-Kartenspiel

Was sind Ihre Werte? Und für welche Werte stehen ihr Chef und das Unternehmen, in dem Sie arbeiten? Welche Werte lebt ihr Team oder ihre Abteilung?

Mit dem Werte-Kartenspiel von Bernd Slaghuis können Sie herausfinden, welche Werte Ihnen am wichtigsten sind. Das Ergebnis kann Ihnen zeigen, ob es Zeit für eine berufliche Weiterentwicklung ist.

Sie brauchen dazu 24 Kärtchen, die Sie mit den folgenden Werten beschriften:

  1. Anerkennung
  2. Ansehen
  3. Begeisterung
  4. Dankbarkeit
  5. Ehrlichkeit
  6. Einfluss
  7. Erfolg
  8. Fairness
  9. Freiheit
  10. Fürsorglichkeit
  11. Geld
  12. Gesundheit
  13. Harmonie
  14. Herausforderung
  15. Leichtigkeit
  16. Leidenschaft
  17. Nachhaltigkeit
  18. Persönliche Entwicklung
  19. Respekt
  20. Selbstverwirklichung
  21. Sinn
  22. Weitsicht
  23. Zufriedenheit
  24. Zugehörigkeit

Wenn Sie das Gefühl haben, dass ein für Sie wichtiger Wert fehlt, können Sie ihn anstelle eines der oben genannten Vorschläge aufschreiben.

Mischen Sie die Kärtchen und legen Sie sie mit der Schrift nach unten auf dem Tisch aus. Falls möglich, bitten Sie einen Kollegen oder Freund, Ihnen zu assistieren.

Wichtig: Legen Sie vorher den Lebensbereich, für den Sie Ihre Werte herausfinden möchten, fest. Es kann schließlich gut sein, dass Sie fürs Arbeitsleben andere Werte haben als für Ihre Freundschaften oder Ihre Partnerschaft.

Werte als Wegbegleiter

Spielablauf:

Runde 1: Sie ziehen jeweils zwei beliebige Karten und decken sie auf. Nun müssen Sie entscheiden, welcher der beiden Werte für Sie wichtiger ist. Den wichtigeren legen Sie für die nächste Runde beiseite, der andere kommt (zunächst) aus dem Spiel.

Bei der Entscheidung darüber, welcher Wert in die nächste Runde gelangt, kann Ihr Assistent Sie unterstützen: Erklären Sie ihm möglichst genau, was die jeweiligen Werte für Sie bedeuten. Durch diese Art der Reflexion setzen Sie sich intensiv mit den einzelnen Werten und Ihrer eigenen Entscheidung auseinander.

Runde 2: Mit den verblieben zwölf Karten machen Sie nochmal genau dasselbe.

Werte als Wegbegleiter

Runde 3: Auch aus den letzten sechs Karten sortieren Sie wie zuvor drei Karten aus. Diese drei Karten verraten Ihnen Ihre Top-Werte!

Der Joker: Doch was passiert eigentlich, wenn Sie im Laufe des Spiels ein Wertepaar ziehen, bei dem Ihnen die Entscheidung sehr schwerfällt, weil beide Werte in Ihrem Leben eine wichtige Rolle spielen? Entscheiden Sie sich trotzdem für einen der beiden, aber legen Sie die Karte, die es nicht in die nächste Runde schafft, separat zur Seite. Am Ende des Spiels dürfen Sie nämlich eine bereits aussortierte Karte wieder hinzunehmen. Sie ist Ihr Joker.

Die Auswertung: Schreiben Sie Ihre drei bis vier Hauptwerte untereinander auf – beispielsweise auf ein Flipchart. Notieren Sie dann zu jedem einige Begriffe, die Sie damit verbinden. Fragen Sie sich: Woran würde ich merken, dass der Wert in dem betrachteten Bereich meines Lebens erfüllt ist?

Bewerten Sie – auf einer Skala von 1 bis 10 – wie sehr die einzelnen Werte momentan erfüllt sind. Um langfristig zufrieden zu sein, sind vermutlich Werte zwischen 7 und 8 erstrebenswert.

Das Ergebnis des Werte-Kartenspiels gibt Ihnen auf jeden Fall einen Hinweis darauf, wie es in dem betrachteten Bereich Ihres Lebens läuft und ob Sie vielleicht etwas daran verändern sollten.

Über diese Reihe:

Lebenszufriedenheit speist sich aus unterschiedlichen Quellen. Eine davon ist unsere Arbeit, denn wir verbringen einen Großteil unserer Zeit mit ihr. In einer Reihe von Blogbeiträgen stelle ich deshalb die unterschiedlichen Säulen von Arbeitszufriedenheit vor und liefere Ihnen Impulse für Ihre persönliche Weiterentwicklung. Der Aufbau dieser Reihe lehnt sich an den Inhalt meines neuen Onlinekurses an, der im Oktober erstmals stattfinden wird.

Auf die Stärken kommt es an!

Literatur: