Allgemeine Blogbeiträge

In diesem Blogbeitrag dreht sich alles um das Thema: Stärken herausfinden. Und wozu es wichtig ist, diese im Alltag und insbesondere im Berufsleben zu nutzen.

Wenn wir unsere Stärken im Alltag einsetzen können, gibt uns das Energie und ein Gefühl der Zufriedenheit. Kennst du deine Stärken?

  • Was macht dir besonders viel Freude?
  • Was kannst du richtig gut?
  • Und bei welcher Tätigkeit findest du Erfüllung?

Falls du diese Fragen nicht aus dem Stegreif beantworten kannst, musst du dir keine Sorgen machen.

Ich zeige dir in diesem Beitrag zwei Möglichkeiten herauszufinden, was deine persönlichen Stärken sind.

Doch zuerst sollten wir uns die Frage stellen: Was sind Stärken eigentlich?

Stärken sind überdauernde Muster von Gedanken, Gefühlen und Verhaltensweisen (Biswas-Diener 2010). Forscher haben in einem mehrere Jahre andauernden Projekt insgesamt 24 Charakterstärken herausgearbeitet.

Welche Stärken gibt es?

Die 24 Charakterstärken wurden von Martin E. P. Seligman und Christopher Peterson entwickelt. Diese renommierten Psychologen widmeten sich der Frage, was uns als Menschen ausmacht und wie wir unsere besten Eigenschaften definieren können. Sie durchforsteten verschiedene Kulturen und Traditionen, um universelle und erstrebenswerte menschliche Eigenschaften zu identifizieren. Dieser umfassende Forschungsansatz führte schließlich zur Identifizierung der 24 Charakterstärken, die in nahezu allen Gesellschaften und Kulturen als bedeutsam angesehen werden. Sie bilden eine Grundlage für die Förderung eines erfüllten Lebens und persönlichen Wachstums, unabhängig von kulturellen Unterschieden.

Die 24 Charakterstärken lassen sich in sechs Cluster einteilen, die verschiedene Aspekte unserer Persönlichkeit und unseres Wohlbefindens abdecken:

  1. Weisheit und Wissen (kognitive Stärken): Hierzu gehören Fähigkeiten wie Kreativität, Neugier, Aufgeschlossenheit, Lernfreude und die Fähigkeit, verschiedene Perspektiven zu erkennen. Diese Stärken fördern unser intellektuelles Wachstum und unsere geistige Entwicklung.
  2. Courage (emotionale Stärken): Dieser Cluster umfasst Stärken wie Tapferkeit, Beharrlichkeit, Integrität und Vitalität. Diese Eigenschaften ermöglichen es uns, emotionale Herausforderungen zu meistern und unsere inneren Überzeugungen zu verteidigen.
  3. Menschlichkeit (interpersonale Stärken): Die Stärken in dieser Kategorie beinhalten Liebe, Freundlichkeit und soziale Intelligenz. Sie sind entscheidend für unsere zwischenmenschlichen Beziehungen und tragen zu einem harmonischen sozialen Umfeld bei.
  4. Gerechtigkeit (zivile Stärken): Hierzu zählen soziale Verantwortung, Fairness und Führungsstärke. Diese Stärken befähigen uns, für soziale Gerechtigkeit einzutreten und Verantwortung in der Gesellschaft zu übernehmen.
  5. Mäßigung (Stärken, die gegen Exzesse schützen): Dieser Cluster umfasst Stärken wie Vergeben und Mitleid, Demut und Bescheidenheit, Besonnenheit und Selbstregulation. Sie helfen uns, einen ausgewogenen Lebensstil zu führen und vor übermäßigem Verhalten zu schützen.
  6. Transzendenz (spirituelle Stärken, die mit Bedeutsamkeit zu tun haben): Diese Kategorie beinhaltet die Wertschätzung von Schönheit und Exzellenz, Dankbarkeit, Hoffnung, Humor und Spiritualität. Sie verleihen unserem Leben Bedeutung und ermöglichen uns, tiefere spirituelle Erfahrungen zu machen.

Diese Clusterung bietet eine strukturierte Perspektive auf die 24 Charakterstärken und zeigt, wie sie verschiedene Facetten unseres Lebens und unserer Persönlichkeit ansprechen.

 

 

Übersicht wichtiger Stärken

 

Weshalb ist es wichtig die Stärken zu nutzen? 

Es verleiht uns Energie und ein Gefühl der Authentizität, wenn wir unsere Stärken einsetzen können. Wir haben den Eindruck, ganz wir selbst zu sein, können uns besser konzentrieren, erbringen bessere Leistungen und können auch mit Rückschlägen besser umgehen. Außerdem erhöht sich unsere Bereitschaft, Neues zu entdecken und wir nehmen unser Tun als sinnvoll wahr.

Nico Rose (2021) beschreibt Stärken auch als „Form von Energie, die man unweigerlich durch sein Tun in die Welt bringen möchte.“ Er stellt zudem fest, dass wir es erkennen können, wenn unser Gegenüber aus einer Stärke heraus handelt: Die Körperhaltung und die Qualität der Stimme verändern sich und die Person wirkt charismatischer.

Kurz und gut: Wenn es uns gelingt, unsere Stärken in unserem täglichen Leben einzusetzen, hat das eine positive Auswirkung auf unsere Lebenszufriedenheit. Oder andersherum: Gerade dann, wenn eine Stärke sehr ausgeprägt ist, macht es uns unzufrieden, wenn wir sie nicht einsetzen können.

 

Stärken in den Mittelpunkt stellen

 

Stärken herausfinden für mehr Zufriedenheit und Engagement?

Dasselbe gilt auch für das Arbeitsleben. Deshalb ist sehr sinnvoll, dass wir uns einmal die Frage stellen, inwieweit wir unsere Stärken hier zum Einsatz bringen. Eine Umfrage hat gezeigt, dass lediglich 20 Prozent der Arbeitnehmer das Gefühl haben, ihre Stärken auf der Arbeit einsetzen zu können. Das ist sehr schade, denn Mitarbeiter, die das tun können, sind nicht nur zufriedener. Sie zeigen auch ein stärkeres Engagement und verfügen über ein hohes psychisches Wohlbefinden. Zudem empfinden sie ihren Job häufig als Berufung.

Aber aufgepasst: Stärken können sowohl zu wenig als auch zu viel genutzt werden. Solche, die wir (noch) zu selten nutzen, haben häufig Entwicklungspotenzial, das wir uns anschauen sollten. Wir fördern sie, wenn wir sie gezielt in Situationen einsetzen, in denen sie uns helfen. Nutzen wir eine Stärke hingegen zu oft, büßt sie manchmal ihre Qualität ein. Hinter einer vermeintlichen Schwäche könnte sich also auch eine zu häufig eingesetzte Stärke verbergen!

Generell neigen wir Menschen dazu, eher auf unsere Schwächen, anstatt auf unsere Stärken zu schauen. Das liegt unter anderem daran, dass uns Dinge leichtfallen, wenn unsere Stärken im Einsatz sind und wir die Stärken dann nicht unbedingt wahrnehmen. Außerdem ist die Annahme weit verbreitet, dass persönliche Weiterentwicklung primär über das Ausmerzen von Schwächen stattfindet. Dabei ist es so viel leichter, wenn wir uns auf das konzentrieren, was wir gut können.

Wie nutze ich meine Stärken im Arbeitsleben?

Motivation und Engagement: Indem du deine Stärken einsetzt, findest du mehr Freude und Motivation bei der Arbeit. Das führt zu einem höheren Engagement und einer positiven Einstellung.

Effizienzsteigerung: Stärkenbasiertes Arbeiten ermöglicht es dir, Aufgaben effizienter zu bewältigen. Du kannst deine Fähigkeiten optimal nutzen und Aufgaben schneller und besser erledigen.

Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl: Die bewusste Nutzung deiner Stärken stärkt dein Selbstvertrauen. Du erkennst, was du gut kannst, was wiederum dein Selbstwertgefühl positiv beeinflusst.

Stressreduktion: Indem du deine Stärken in den Fokus stellst, kannst du besser mit Herausforderungen umgehen. Dies reduziert Stress und trägt dazu bei, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Arbeit und Freizeit zu schaffen.

Berufliche Weiterentwicklung: Die Konzentration auf deine Stärken fördert nicht nur deine aktuelle Leistung, sondern ebnet auch den Weg für deine berufliche Weiterentwicklung. Du kannst dich auf Bereiche konzentrieren, die deinen Fähigkeiten entsprechen und so deinen beruflichen Weg gezielt gestalten.

Positive Arbeitsatmosphäre: Die Einbringung deiner Stärken trägt dazu bei, eine positive Arbeitsatmosphäre zu schaffen. Kolleg*innen schätzen deine Expertise, und dies fördert ein harmonisches Arbeitsumfeld. (mehr dazu im Blog gute Beziehungen)

Nutze also bewusst deine Stärken, um nicht nur beruflich erfolgreich zu sein, sondern auch ein erfülltes und ausgewogenes Arbeitsleben zu führen.

 

Stärken herausfinden

 

Stärken herausfinden. Wie geht das?

Jetzt fragst du dich sicher, wie du herausfinden kannst, über welche Stärken du verfügst. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten. Zwei davon möchte ich hier kurz vorstellen. So kannst du deine Stärken herausfinden:

Reflected Best Self (Blickhahn, D. 2015): Die aufwendigere, aber inhaltlich umfassendere Variante, besteht darin, Menschen in deinem Umfeld zu fragen. Dabei kannst du folgendermaßen vorgehen:

  1. Wähle 10 bis 20 Personen aus, die dich gut kennen. Idealerweise kommen diese Menschen aus unterschiedlichen Kontexten. So erhältst du vielfältigere Ergebnisse.
  2. Bitte die Personen um ein kurzes, schriftliches Feedback.
    1. Welche Stärken sieht du in mir? Bitte nenne drei bis vier, die dir spontan in den Sinn kommen.
    2. Bei welchem Erlebnis oder Ereignis konntest du diese Stärken beobachten? Bitte versuche, mir zu jeder Stärke ein konkretes Beispiel zu geben.
  3. Filtere aus dem Feedback Gemeinsamkeiten heraus. Dabei kann eine Mindmap hilfreich sein.
  4. Nimm die so entstandenen Gruppierungen als Grundlage und schreibe mindestens 15 Minuten ohne Unterbrechung aus dem Bauch heraus über dich selbst in der Ich-Form. So entsteht dein Reflected Best Self. (mehr dazu im Blog optimistisch denken)

Stärken Befragung Interview

Via-Charakterstärken-Test (value in action): Dieses Testverfahren ist empirisch am stärksten validiert und bezieht sich auf alle Lebenskontexte. Dabei beantwortest du online einen Fragenkatalog. (Das dauert etwa 20 Minuten.) Das Ergebnis zeigt dir die Reihenfolge Ihrer 24 Charakterstärken. Die ersten vier bis sechs Stärken sind am deutlichsten ausgeprägt. Man spricht deshalb auch von Schlüssel- oder Signaturstärken. Auf diese Stärken kannst du in unterschiedlichen Situationen sicher zugreifen. Den Via-Charakterstärken-Test kannst du beispielsweise auf viacharacter.org oder charakterstaerken.org durchführen. (charakterstaerken.org wird leider zum 1. November 2025 abgeschaltet, bis dahin ist es aber noch voll nutzbar)

Wie kann ich meine eigenen Stärken reflektieren?

Hast du herausgefunden, was deine Stärken sind, dann kannst du dir die folgenden Fragen stellen:

  • Was hast du Neues über dich erfahren?
  • Was bedeuten deine Signaturstärken für dich?
  • Welche deiner Stärken ergänzen sich gut?
  • In welchem Bereich nutzt du deine Signaturstärken (beispielsweise bei der Arbeit, in Ihren Beziehungen und in der Freizeit) schon? Wie kannst du sie dort verstärkt einsetzen oder anders kombinieren?
  • Wie helfen dir deine Stärken dabei, positive Gefühle zu erleben? Wie bei Leistung oder der Frage nach dem Sinn?
  • Könnten deine Signaturstärken auch Schattenseiten haben? Was kannst du tun, um einem übermäßigen Einsatz vorzubeugen?

 

Vorteile und Nachteile von Stärken

 

Wenn es dir gelingt, deine Stärken häufig und in möglichst vielen Bereichen deines Lebens einzusetzen, so wirkt sich das positiv auf deine Lebenszufriedenheit aus. (mehr dazu im Blog zufrieden leben)

So kommst du zu deinem erfüllenden Job – in 3 Schritten

  1. Deine versteckten Stärken entdecken

  2. Transfer ins Berufsleben planen

  3. Klarer, sicherer Weg in eine neue Richtung
    In meinem Coaching erhältst du genau diesen strukturierten Fahrplan – mit individueller Begleitung, damit du dich bewusst und sicher neu ausrichten kannst. Hier gehts zu mehr Infos: Coaching berufliche Neuorientierung

Literatur:

  • Biswas-Diener, R. (2010) Practicing positive psychology coaching: Assessment, activities and strategies for success. Hoboken, NJ: Wiley.
  • Blickhan, D. (2015) Positive Psychologie – ein Handbuch für die Praxis. Jungfermann Verlag, Paderborn.
  • Keller, T. (2017) Persönliche Stärken entdecken und trainieren, essentials, Springer Fachmedien, Wiedbaden.
  • Rose, N. (2024) Arbeit besser machen. Positive Psychologie für Personalarbeit und Führung. Haufe Verlag, Freiburg.
  • Rose, N. (2021) Management Coaching und Positive Psychologie. Stärken stärken, sinnvoll wachsen. Haufe Verlag, Freiburg.

 

Was fühlen wir lieber, negative oder positive Gefühle?

Die positiven, das ist doch klar!

Und das ist auch der Grund, weshalb wir uns um unsere positiven Gefühle in besonderer Weise kümmern sollten. Denn schenken wir ihnen Aufmerksamkeit, so verstärken sie sich. Und das tut uns und unserem Leben gut!

Positive Gefühle fühlen sich nicht nur gut an, sie haben auch einen konkreten Nutzen: Die Broaden-and-Build-Theorie (Fredrickson 2001) geht davon aus, dass positive Gefühle unsere Wahrnehmung erweitern und uns helfen, wichtige Ressourcen aufzubauen. Zahlreiche Studien haben dies inzwischen bestätigt.

Wenn wir mehr Reize wahrnehmen, so können wir unsere Sicht auf die Welt erweitern: Wir sind langfristig flexibler, kreativer und können unsere Resilienz ausbauen. Außerdem führen positive Emotionen dazu, dass unser Immunsystem gestärkt wird. Wir bauen eine positive Beziehung zu den Menschen in unserem Umfeld auf, sind optimistischer, haben eine höhere Selbstakzeptanz und ein besseres Sinnerleben.

Positive Gefühle

 

Verstärkung von positiven Gefühlen

 

Wozu sind positive Gefühle gut?

Beim Erleben von positiven Emotionen geht es gar nicht so sehr um die Intensität, als vielmehr um die Häufigkeit. Das birgt eine wichtige Erkenntnis: Wir müssen nicht auf die außergewöhnlichen Momente warten, um sie festzuhalten. Die gewöhnlichen tun es nämlich auch!

Wenn wir es schaffen, diese Momente bewusst auszukosten und die damit verbundenen positiven Gefühle zu verstärken, so pflegen wir unsere geistige Gesundheit: Es geht uns insgesamt besser, viele Dinge fallen uns leichter und wir sind erfolgreicher und zufriedener.

Es ist eine bewusste Entscheidung, sich täglich mehrfach den positiven Dingen in unserem Leben zu widmen. So lassen wir sie auf unseren Alltag und unsere Mitmenschen ausstrahlen. Ja, eine positive Stimmung ist ansteckend! Deshalb ist es eine schöne Fähigkeit, zu lernen, wie wir uns selbst regelmäßig positiv stimmen können.

Habe ich mir beispielsweise vorgenommen, mich in meinem Job weiterzuentwickeln und ein wichtiges Gespräch oder eine Präsentation vor mir, so kann ich mich davor bewusst in einen guten Zustand bringen, in dem dann auch gute Dinge entstehen.

 

Positive Gefühle wahrnehmen

 

Wirf den Anker aus – für mehr positive Gefühle

Wie wäre es also, wenn wir uns einen schnellen Zugang zu positiven Gefühle zurechtlegen?

Eine Art Knopf, den wir drücken können, und der uns in eine positive Grundstimmung versetzt?

Ich mache das so: Mein Lieblingsplatz befindet sich auf der Terrasse. Hier sitze ich gerne mit einer schönen Tasse Kaffee in der Hand, wende mein Gesicht der Sonne zu und beobachte die Blumen und die Vögel im Garten. An diesem Platz habe ich einen kleinen Stein verankert. Er ist mit den Empfindungen „aufgeladen“, die ich habe, wenn ich hier verweile: In ihm ist gespeichert, was ich in diesen Momenten sehe, höre, fühle, rieche und schmecke.

Wenn wichtige Ereignisse – beispielsweise auf der Arbeit – anstanden und ich ein bisschen nervös und aufgeregt war oder es mir einfach nicht so gut ging, habe ich den Stein in der Hosentasche dabeigehabt. Seine Berührung hat mir geholfen, die schönen Empfindungen erneut zu spüren und mich in eine positive Stimmung zu versetzen. Heute muss ich den Stein nicht mehr mitnehmen, es funktioniert auch so. Probier es einmal aus!

Anleitung für positive Gefühle: Anker setzen

  1. Lieblingsplatz wählen: Suche dir einen Ort, der für dich besonders angenehm und entspannend ist. In deinem Fall ist es die Terrasse, wo du mit einer Tasse Kaffee sitzt und die Natur genießt.
  2. Sinneserlebnisse festhalten: Nimm dir bewusst Zeit, um alle Sinne zu aktivieren – Sehen, Hören, Fühlen, Riechen, Schmecken. Beobachte die Umgebung, lausche den Geräuschen, spüre die Sonne auf der Haut, rieche die Blumen, schmecke den Kaffee.
  3. Verankerung mit einem Objekt: Wähle ein kleines Objekt, das du mit diesen positiven Empfindungen verknüpfst. In deinem Fall ist es ein kleiner Stein auf deinem Lieblingsplatz.
  4. Aufladen des Objekts: Setze dich bewusst mit den positiven Gefühlen auseinander und übertrage sie auf das Objekt. Der Stein wird so zu einem physischen Ausdruck deiner positiven Erlebnisse.
  5. Nutzung des Ankers: Bei Bedarf, besonders in stressigen Situationen, nimm das Objekt – den Stein – in die Hand. Die Berührung wird die gespeicherten positiven Empfindungen wieder hervorrufen und dir helfen, in eine positive Stimmung zu gelangen.
  6. Entwicklung der Selbstständigkeit: Mit der Zeit kann der Anker so kraftvoll werden, dass du ihn nicht mehr physisch benötigst. Allein die Vorstellung des Lieblingsplatzes oder das bewusste Erinnern an die positiven Empfindungen reichen aus, um dich in eine positive Grundstimmung zu versetzen.

Wie das genau funktionert erkläre ich dir in meinem YouTube Video zur Ankertechnik. 

Probier es aus und erlebe, wie dieser einfache Anker dir helfen kann, positive Gefühle jederzeit abzurufen.

 

Positive Emotionen festigen

Die Variationen positiver Gefühle

Barbara Fredrickson beschreibt in ihrem Buch zehn Variationen positiver Gefühle, die sich durch eine positive Lebenseinstellung manifestieren können. Diese sind Freude, Dankbarkeit, Heiterkeit, Interesse, Hoffnung, Stolz, Vergnügen, Inspiration, Ehrfurcht und Liebe.

Um diese besser in dein Leben zu integrieren, ist es hilfreich, sich Fragen zu stellen, um die Gefühlsvariationen besser zu integrieren.

  • Wann habe ich dieses Gefühl das letzte Mal erlebt?
  • Wo war ich dabei?
  • Was habe ich in diesem Moment gemacht?
  • Was sagt mir dieses Gefühl sonst noch?
  • Welche Auslöser könnte es für dieses Gefühl noch geben?
  • Was kann ich jetzt tun, um dieses Gefühl zu pflegen und zu erhalten?

 

Negative Emotionen annehmen lernen

 

Und die negativen Gefühle?

Noch eine kleine Anmerkung, damit wir uns nicht missverstehen: Natürlich habe ich auch negative Gefühle. Sie gehören zum Leben dazu (Lies hierzu auch den Blogbeitrag Gefühle unterdrücken). Wenn sie auftauchen, schaue ich genau hin und versuche herauszufinden, warum sie da sind und was sie mir sagen möchten. Ist der „Lernprozess“ abgeschlossen, wende ich mich bewusst wieder den positiven Dingen in meinem Leben zu.

Ich frage mich, wofür ich dankbar bin, was heute gut funktioniert hat und was in der Zukunft prima laufen wird.

Praktische Übungen und Tipps zur Verankerung positiver Gefühle im Alltag

Um positive Gefühle in deinem Arbeitsleben zu fördern und deine Work-Life-Balance zu verbessern, sind einige praktische Übungen und Tipps besonders hilfreich. Hier sind einige Anregungen, die dir dabei helfen können:

Tägliches Dankbarkeitstagebuch

Starte deinen Tag, indem du drei Dinge aufschreibst, für die du dankbar bist. Und dann am Besten noch, was du dazu beigetragen hast. Zum Beispiel: Ich bin dankbar für die schönen Blumen am Wegesrand. Mein Beitrag: Ich habe mir Zeit genommen und sie wahrgenommen. Dies fördert ein positives Mindset und kann deine Einstellung gegenüber deiner Arbeit beeinflussen.

Achtsamkeitspausen

Plane während deines Arbeitstags kurze Achtsamkeitspausen ein. Atme tief ein und aus, konzentriere dich auf den gegenwärtigen Moment und lass Stress und Sorgen für einen Moment los. (Lies hierzu auch mein Blogbeitrag mit den 12 Achtsamkeitsübungen)

Bewegung und Sport

Integriere regelmäßige Bewegung oder Sport in deinen Tagesablauf. Dies kann nicht nur deine physische Gesundheit verbessern, sondern auch deine Stimmung heben.

Soziale Interaktionen pflegen

Verbringe Zeit mit Kolleg*innen, Freunden oder Familie, um soziale Verbindungen zu stärken. Positive Beziehungen sind ein wichtiger Faktor für Arbeitszufriedenheit. Lies hierzu gerne meinen Blogbeitrag zu gute Beziehungen.

Pausen richtig nutzen

Nutze deine Pausen, um wirklich abzuschalten. Vermeide es, während der Pause weiterzuarbeiten. Stattdessen mach einen kurzen Spaziergang, lies ein Buch oder höre deine Lieblingsmusik.

Kleine Erfolge feiern

Anerkenne und feiere kleine Erfolge im Arbeitsalltag. Dies kann dazu beitragen, ein Gefühl der Erfüllung zu schaffen und motiviert zu bleiben.

Grenzen setzen

Setze klare Grenzen zwischen Arbeitszeit und Freizeit. Vermeide es, ständig erreichbar zu sein, und schaffe Raum für persönliche Erholung.

Meditation und Entspannungstechniken

Lerne Meditation oder andere Entspannungstechniken, um Stress abzubauen und deine innere Ruhe zu fördern.

Pausen im Homeoffice

Wenn du im Homeoffice arbeitest, plane bewusst Pausen ein und schaffe einen separaten Arbeitsbereich, um Arbeit und Privatleben voneinander zu trennen.

Entwicklung von Routinen

Erstelle eine tägliche Routine, die dir Struktur gibt und dir hilft, produktiver und ausgeglichener zu sein.

Techniken positive Emotionen

Diese praktischen Übungen und Tipps können dazu beitragen, positive Gefühle in deinem Arbeitsleben zu stärken und eine gesunde Work-Life-Balance zu erreichen. Probiere sie aus und finde heraus, welche am besten zu deinem individuellen Lebensstil passen.

Mehr positive Gefühle ins Leben integrieren?

  • Bist du öfters unzufrieden?
  • Grübelst du viel nach?
  • Bist du abends schlecht gelaunt und ausgelaugt?

Ich habe ein Tool für dich, das dir mehr Klarheit über deine Gefühle geben wird. Das Gefühlsprotokoll.

Wozu hilft ein Gefühlsprotokoll?

  • Emotionale Muster erkennen: Entdecke wiederkehrende Gefühle und wachse durch gezielte Reflexion.
  • Wohlbefinden steigern: Erhöhe dein allgemeines Wohlbefinden durch das bewusste Wahrnehmen und Notieren glücklicher Momente.
  • Kreativität entfalten: Lass dich von deinen eigenen positiven Erfahrungen inspirieren und entfalte dein kreatives Potenzial.

Hier kannst du dir die Vorlage mit genauer Anleitung für das Gefühlsprotokoll für 0€ herunterladen:

Tool Gefühlsprotokoll (Klicke auf den Link)

Literatur:

  • Blickhan, D. (2018) Positive Psychologie. Ein Handbuch für die Praxis, Junfermann Verlag, Paderborn.
  • Fredrickson, B. L. (2001) The role of positive emotions in positive psychology: The broaden-and-build theory of positive emotions. American Psychologist, 56(3), 218-226.
  • Fredrickson, B. L. (2011) Die Macht der guten Gefühle. Wie eine positive Haltung Ihr Leben dauerhaft verändert, Campus Verlag, Frankfurt/Main.
  • Rose, N. (2024) Arbeit besser machen. Positive Psychologie für Personalarbeit und Führung. Haufe Verlag, Freiburg.
  • Rose, N. (2021) Management Coaching und Positive Psychologie. Stärken stärken, sinnvoll wachsen. Haufe Verlag, Freiburg.

Arbeit und Gefühle, wie passt das eigentlich zusammen? Wenn ich auf meine eigenen Erfahrungen in der Arbeitswelt zurückblicke, dann stelle ich fest: ganz häufig werden Gefühle unterdrückt. Sie werden häufig als ungebetene Gäste angesehen. Im Job wird von uns häufig Sachlichkeit und absolute Ausgeglichenheit erwartet. „Halte die Gefühle am besten aus dem Gespräch heraus“ ist ein Satz, den wahrscheinlich jeder von uns schon mehrfach gehört hat.

Ich möchte an dieser Stelle Einspruch einlegen: Gefühle unterdrücken – Das wäre ja so, als ginge nur ein Teil von uns zur Arbeit. Freude, Vertrauen, Überraschung, Dankbarkeit, Hoffnung, Liebe, aber auch Kummer, Schmerz, Furcht und Angst sind untrennbar mit unserem Dasein als Mensch verbunden. Zudem haben Studien gezeigt, dass glückliche Menschen häufig erfolgreich in ihrem Job sind und bessere Leistungen erbringen.

Emotionen am Arbeitsplatz

Ist das nicht wunderbar?

Du musst also nicht auf den beruflichen Erfolg warten, damit du glücklich wirst.

Andersherum geht es auch!

 

Emotionen verheimlichen im Arbeitsleben

Gefühle unterdrücken? Lieber nicht!

Ich vergleiche unsere Gefühle gerne mit einem Wasserball, den wir mit uns herumtragen. Versuchen wir, Gefühle zu unterdrücken – den Wasserball also unter Wasser zu halten, so kostet das eine ganze Menge Energie. Rutscht er uns allerdings aus den Händen und gerät an die Wasseroberfläche, passiert das meist mit ganz schön viel Schwung: Die Gefühle suchen sich ihren Weg aus uns heraus – und zwar mit voller Wucht.

Besser, als unseren Wasserball unter Wasser zu drücken ist es, sich mit ihm an der Oberfläche zu beschäftigen: Schauen wir bewusst hin, welches Gefühl sich gerade in uns bemerkbar macht. Anstatt das Gefühl zu unterdrücken, sollten wir versuchen, es anzunehmen und uns zu fragen:

Woher kommt es und was möchte es uns sagen?

Angst, die uns zuruft „Pass auf, sei vorsichtig!“, kann beispielweise unser Beschützer sein. Freude kann uns aktivieren oder sogar beflügeln.

 

Übung für positive Emotionen

 

Stift und Kaffee sind die Lösung

Empirische Befunde zeigen, dass Menschen, die sich in einer positiven Stimmung befinden, schneller ausgefallene Lösungen für Probleme entwickeln. In ihrem Umfeld achten sie verstärkt auf das, was sie mit anderen Menschen verbindet und weniger auf die Unterschiede. Und es kommt noch besser: Wenn wir unseren inneren Fokus auf die positiven Emotionen richten und diese so verstärken, fühlen wir uns zufriedener und glücklicher und trauen uns eher, kreative Wege einzuschlagen – das gilt sowohl für unser Privatleben als auch für unsere Arbeit.

Wie kann es uns also gelingen, die positiven Gefühle zu verstärken?

Hier kommt ein einfacher Tipp: Klemme dir für eine Minute einen Stift zwischen die Zähne. Deine Mundwinkel können dann gar nicht anders, als sich zu einem Lächeln zu verziehen. Und dein Gehirn wird dir ohne weitere Diskussion glauben, dass es dir gut geht und das wirst du auch direkt fühlen können.

Und was machen wir mit den negativen Gefühlen?

Auch dafür habe ich einen Vorschlag: Laden sie doch einfach mal zum Kaffee ein und fragen sie, woher sie kommen, und was sie dir mitteilen möchten. Nach dem Kaffeetrinken begleitest du sie dann höflich hinaus und wendest dich wieder den positiven Gefühlen zu. So kannst du deine Gefühle bewusst durch kognitive Entscheidungen regulieren. Versuche es!

Symptome von unterdrückten Gefühlen

Wenn du Gefühle im Arbeitsleben unterdrückst, äußert sich dies durch vielfältige Symptome, die sowohl deinen Körper als auch deine Psyche betreffen können. Diese Anzeichen sind wichtige Signale, die darauf hinweisen, dass es Zeit ist, sich mit den unterdrückten Gefühlen auseinanderzusetzen. Hier sind einige der häufigsten Symptome:

1. Körperliche Symptome:

  • Rücken- und Kopfschmerzen, die sich als ständige Begleiter zeigen.
  • Schlafstörungen und anhaltende Müdigkeit, die von einem belasteten Gemütszustand zeugen.
  • Bauchschmerzen, die mehr als nur körperliche Unannehmlichkeiten sind.
  • Nervosität und Unruhe, die auf eine innere Anspannung hinweisen.
  • Therapieresistente Beschwerden und unerklärliche körperliche Reaktionen, die ihre Ursache in unterdrückten Emotionen haben könnten.

2. Psychische Symptome:

  • Traurigkeit, die sich als emotionale Belastung manifestiert.
  • Antriebs- und Motivationslosigkeit, die die Freude an der Arbeit beeinträchtigen kann.
  • Fehlende Konzentration, ein Zeichen dafür, dass die emotionalen Herausforderungen den Fokus beeinflussen.
  • Vergesslichkeit, die auf die Überlastung des Geistes durch unterdrückte Gefühle zurückzuführen sein kann.
  • Angst, die aus nicht verarbeiteten Emotionen resultieren kann.
  • Innere Leere, die sich als emotionales Vakuum präsentiert.
  • Ungesunde Verhaltensmuster, die als Kompensation für unterdrückte Gefühle dienen.

Es ist entscheidend zu verstehen, dass unterdrückte Gefühle nicht nur auf die Psyche, sondern auch auf den Körper wirken können. Diese Symptome dienen als Alarmsignale und sollten als Anlass genommen werden, sich mit den eigenen Emotionen auseinanderzusetzen. Bei Bedarf ist es ratsam, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, um die unterdrückten Gefühle zu verarbeiten.

 

Unterdrückte Gefühle Anzeichen

 

Bist du unzufrieden mit deiner Arbeit?

Grübelst du viel darüber nach?

Bist du abends schlecht gelaunt und ausgelaugt?

Ich habe auf meiner Seite ein Tool für dich, das dir mehr Klarheit über deine Gefühle geben wird:

Tool Gefühlsprotokoll

Literatur:

  • Bechara et al. (2000) Emotion, decision making and the orbitofrontal cortex. Cerebral Cortex, 10(3), 295 – 307
  • Fredrickson, B.L. & Branigan, C. (2005) Positive emotions broaden the scope of attention and thought-action repertoires. Cognition & Emotion, 19(3), 313-332.
  • Rose, N. (2019) Arbeit besser machen. Positive Psychologie für Personalarbeit und Führung. Haufe Verlag. Freiburg
  • Rose, N. (2021) Management Coaching und Positive Psychologie. Stärken stärken, sinnvoll wachsen. Haufe Verlag, Freiburg

Mein erster Job als Chemielaborantin war mein absoluter Traumjob und hat mir sehr viel Spaß gemacht. Gemeinsam mit meinen Kolleg*innen habe ich nach neuen Arzneimitteln geforscht, um Krankheiten wie Alzheimer besser zu behandeln oder eines Tages vielleicht sogar heilen zu können. Das war eine wichtige und verantwortungsvolle Aufgabe und ich war sehr glücklich.

Dieser Artikel zeigt, dass wir manchmal ungünstige Denkstile und Denkfallen haben, die unser Verhalten und unsere Entscheidungen beeinflussen.

Es gibt zehn Kategorien solcher Denkfallen. 

Wenn wir uns in solchen Denkfallen befinden, können wir uns negativ fühlen und pessimistisch denken. Es hängt davon ab, wie wir auf die Welt schauen und wie wir Dinge interpretieren.

Kennst du das? Es passiert es läuft etwas schief. Ich ärgere mich und denke:

„Warum passiert das gerade mir?“

Dann sehe ich alles schwarz und gerate in einen Strudel voller negativer, abwertenden Gedanken.

Nicht alle Menschen tappen in solche Denkfallen.

Wie ich auf solche Situationen reagiere, hängt von meinem persönlichen Denkstil ab – und davon, wie ich auf die Welt blicke.

Wie ich Dinge interpretiere ist entscheidend für meine Lebenszufriedenheit!

Legen wir los.

Unser Gehirn führt uns mit Denkfallen in die Irre

Zahlreiche Denkfallen und Denkmuster prägen unseren Alltag, ohne dass wir es bemerken. Die meisten Denkstile sind so verinnerlicht, dass sie unbewusst und automatisch ablaufen. Sie beeinflussen unsere Entscheidungen und unser künftiges Verhalten.

Die Realität ist immer auch unsere subjektive Wirklichkeit. Wir konstruieren aus unseren Erfahrungen, Überzeugungen, Vorurteilen, Glaubenssätzen und gedanklichen Filtern unsere eigene Welt – die eigene Landkarte.
Jeder Mensch hat eine unterschiedliche Lebensgeschichte und Erfahrungen gemacht, die seine Wahrnehmung verzerren.

Denkfallen

Um Denkstile zu durchschauen und ändern zu können – ist der erste Schritt – sie sich selbst bewusst zu mache.

Was wäre der Mensch, ohne seine Fähigkeit zum bewussten Denken?

Der Philosoph Descartes hat mit seinem berühmten Ausspruch

„Ich denke, also bin ich“

auf die einzigartige Bedeutung unseres menschlichen Verstandes hingewiesen.

Unser außerordentliches Denkvermögens ist ohne Zweifel eine der beeindruckendsten Eigenschaften des Menschen. In einer Welt, die uns permanent mit Reizen und Informationen überflutet, wäre ohne dieses Denkvermögen eine sinnvolle Orientierung nicht möglich.

So effizient und praktisch unser menschliches Denkvermögen in vielen Situationen ist, verleitet es uns zu unlogischen Schlussfolgerungen oder falschen Annahmen.
Aus diesem Grund passiert es, dass hypothetische Gedankenspiele zur gedanklichen Wirklichkeit werden!

ungünstige Denkstile erkennen und reduzieren

Leider sind wir vor Denkfallen nicht gefeit

In der Psychologie bedeuten Denkfallen, dass wir uns irren, falsch einschätzen oder falsch schließen. Niemand ist vor Denkfallen sicher. Wir betrachten Ereignisse nicht objektiv wie ein Wissenschaftler oder Staatsanwalt, der die Wahrheit suchen würde. Stattdessen bewerten wir Ereignisse aufgrund unserer persönlichen Erfahrungen und Sichtweisen.

Wir haben eine verzerrte Sichtweise und gelangen dadurch oft zu denselben fehlerhaften Gedanken.

Was bedeutet das?

Ungünstige Denkstile und typische Denkfallen

Die nachfolgend dargestellten Denkfehler laufen nach typischen Mustern ab. Um sie zu strukturieren habe ich sie in 10 Kategorien aufgeteilt.

Natürlich können Denkfallen in der Realität eine Mischung aus verschiedenen Kategorien sein, aber hier werden sie klar voneinander abgegrenzt, um sie besser verständlich zu machen.

10 Typische Denkfallen

10 relevante Denkfehler

1. Dichotomie

Es gibt nur zwei extreme Beurteilungskategorien, ohne jegliche Abstufung:

  • schwarz oder weiß
  • gut oder schlecht
  • alles oder nichts
  • makellos oder fehlerhaft
  • sauber oder schmutzig.

Wir sehen uns als Gewinner oder als Versager und Verlierer. Grautöne existieren nicht für uns bei dieser Denkweise.

Beispiel dichotomer Denkstil: „Ich habe die letzte Präsentation in den Sand gesetzt, ich bin ein Versager.“

2. Übergeneralisierung

Ein einzelnes negatives Ereignis wird zum Modell für ähnliche Situationen: „Wenn es einmal so war, dann ist es jedes Mal so.“

Die Person wendet eine allgemeine Regel oder Schlussfolgerung aufgrund von wenigen und nicht zusammen hängenden Erlebnissen ohne Ausnahme auf alle Situationen an. Es ist gleichgültig, ob sie ähnlich oder unähnlich sind.

Hier wird eine allgemeine Regel oder Schlussfolgerung auf der Grundlage eines oder mehrerer isoliert betrachteter Ereignisse gezogen. Im Anschluss daran auf ähnliche oder unähnliche Situationen übertragen.

Beispiel für die Übergeneralisierung: Der Tod eines Familienangehörigen durch einen Unfall führt zu der Befürchtung, dass alle geliebten Personen bald durch Unfälle sterben könnten.

Was kommt als nächstes?

3. Katastrophisierung

Bei diesem Denkstil denken wir an das Schlimmste oder malen uns Worst case Szenarien aus.
Wir prognostizieren, dass Schlimmes passieren wird, wofür wir keinen Anhaltspunkt haben.

Beispiel Redeangst: „Ich werde bei meiner Präsentation ins Stocken geraten, ein knallrotes Gesicht bekommen und mich vor Allen blamieren“

4. Selektive Abstraktion

Hier findet eine selektive Verallgemeinerung statt. Ich erinnere mich an einzelne Erlebnisse in einer bestimmten Richtung. Andere – dem widersprechende Ereignisse – übersehe ich selektiv. So zählen positive Erfahrungen nicht. Ich fokussiere mich auf negative Ereignisse.

Beispiel für diesen Denkstil: „Mein Kollege hat mich in der Kantine nicht gegrüßt, er mag mich nicht.“

5. Schlussfolgerungen

Ich erwarte, dass sich die Dinge ungünstig entwickeln:

„Wenn X passiert, wird Y eintreffen.“

Die Person ist überzeugt davon, dass die Vorhersage eine feststehende Tatsache ist. Oder ich ziehe negative Schlüsse, ohne dass es Beweise gibt. Ich verifiziere die Schlussfolgerung nicht.

Beispiele für den schlussfolgernden Denkfehler: „Er schaut mich nicht an, er mag mich also nicht.“ oder „Die Schwierigkeiten an meinem ersten Arbeitstag haben mir klargemacht, dass ich dem Job nicht gewachsen bin“

 

 

Infografik zu 5 typischen Denkfallen

Ich habe noch mehr.

6. Emotionale Beweisführung

Annahme, dass die negativen Gefühle das wirkliche Geschehen ausdrücken:

„Ich fühle es, also muss es stimmen“, „Wenn es mir Angst macht, dann ist es gefährlich“.

Wir nehmen unsere Gefühle als Beweis, dass eine bestimmte Sichtweise wahr sein muss. Beispielsweise fühlen wir uns minderwertig und sehen unser Gefühl der Minderwertigkeit als Beweis, dass wir minderwertig sind. Tatsächlich fühlen wir uns jedoch minderwertig, weil wir denken, wir seien minderwertig.

Beispiel für die emotionale Beweisführung: „Ich empfinde Eifersucht und Misstrauen. Das bedeutet, dass mein*e Partner*in wohl fremdgeht.“

7. Personalisieren

Bei diesem Denkfehler sehe ich mich selbst als Ursache für Ereignisse, obwohl andere Personen oder Umstände verantwortlich sein können. Das kann so weit reichen, dass ein Autounfall des Partners als Strafe für eine eigene unmoralische Tat interpretiert wird.

Beispielsweise denkt ein Lehrer, wenn seine Schüler schlechte Noten schreiben: „Ich bin ein schlechter Lehrer“. Bei einer Scheidung könnte ich denken: „Es ist meine Schuld, dass unsere Ehe gescheitert ist“.

8. Übertriebenes Verantwortungsgefühl

Ich fühle mich verantwortlich, für jedes Misslingen oder negative äußere Ereignisse. Dieser Denkfehler beschreibt die Tendenz, sich übermäßige Verantwortung für negative Ereignisse zuzuschreiben, auch für Dinge, die außerhalb des eigenen Einflussbereiches liegen.

Beispiele: „Mein Vorgesetzter ist schlecht gelaunt heute, das hat bestimmt was mit mir zu tun“ oder „Wenn ich nicht alles selbst mache, geht hier alles den Bach runter.“

9. Globale negative Selbst- und Fremdbewertung

Ich beurteile die ganze Person (die eigene oder andere) als minderwertig oder unzulänglich. Ich differenziere nicht einzelne Verhaltensweisen, Leistungen und Eigenschaften in unterschiedlichen Bereichen.

Beispiele: „Ich bin ein Versager“ oder „Er ist ein Idiot“

10. Niedrige Frustrationstoleranz

Ein Ereignis wird als nicht aushaltbar oder unerträglich bewertet. Die Person traut sich nicht zu, einen bestimmten Zustand zu ertragen.
Menschen mit geringer Frustrationstoleranz neigen dazu, Vorsätze und Ziele aufzugeben, wenn etwas nicht erwartungsgemäß und problemlos verläuft.

Beispiele für typische Gedanken oder Sätze sind: „Ich ertrage das nicht“, „Ich ertrage das nicht länger“ oder „Ich könnte es nicht aushalten, wenn…..“.

Infografik 2 zu 5 typischen Denkfehlern

Nochmal zu mitschreiben:

Das sind die Folgen von Denkfallen

Unsere Denkfehler bleiben leider nicht ohne Folgen. Sie führen dazu, dass wir Probleme bekommen und heftiger reagieren, als es für die Situation angemessen ist – und uns gut tut. Wichtig ist hier die Denkfehler zu erkennen und irrationales Denken zu entlarven und zu korrigieren.

Aus Sicht der kognitiven Psychologie müsste das Eingangszitat von Descartes demnach eher lauten:

„Ich denke, also irre ich“.

Wenn wir die Welt durch die verzerrende Brille unserer Denkfehler wahrnehmen, ohne uns dieser Brille bewusst zu sein, kann das gravierende und emotionale Folgen haben. Diese Denkfehler wirken sich auf unser Verhalten aus.

So führt beispielsweise katastrophisierendes Denken zu lähmender Angst oder Passivität. Damit vermeide oder verschiebe ich wichtige Entscheidungen. Dies begünstigt beispielsweise ein Verharren in einer unglücklichen Beziehung oder einer frustrierenden Arbeitsstelle, aufgrund des Fehlschlusses „doch bestimmt nichts anderes zu finden“ oder „selbst dran Schuld zu sein.“

Jetzt brauche ich deine volle Aufmerksamkeit:

Was kannst du selbst tun, um solche Denkfallen zu vermeiden?

Zuerst muss ich erkennen, dass Denkfehler existieren und negative Auswirkungen haben können. Wenn ich in einer unangenehmen Situation bin, sollte ich mich beobachten und fragen, welche automatischen Gedanken ich habe. Dann kann ich diese Gedanken auf Denkfehler untersuchen und mir meiner Gedanken bewusst werden. So kann ich eine realistischere Sichtweise bekommen.

Als nächstes sollte ich meine unangemessenen Gedanken neu bewerten und versuchen, eine objektivere Perspektive einzunehmen.

Stelle dir folgende Fragen:

  • Sind meine Gedanken objektiv?
  • Wie kann ich die Situation sonst noch sehen?
  • Was würde meine beste Freundin oder mein bester Freund zu dieser Situation sagen?
  • Wie würde ein*e Wissenschaftler*in die Situation beurteilen?

Es geht nicht darum die Situation zu beschönigen, ganz nach dem Motto: „Ich muss doch nur positiv denken“, sondern zu einer ausgewogeneren, realitätsnaheren Sichtweise zu gelangen.

Denkfehler vermeiden

Nehmen wir als Beispiel den Denkfehler des Katastrophisierens. Wenn du dir neben dem Katastrophenszenario auch einmal den bestmöglichen, sowie den wahrscheinlichen Ausgang einer Situation vorstellen. Hilfreich ist auch der Gedanke an alle nicht eingetroffenen Katastrophen deines bisherigen Lebens. Auch dies hilft zu einer objektiveren Einschätzung von Gefahren.

In meinem Blogbeitrag 4 Schritte um Denkfehler zu überwinden lernst du, wie du katastrophisierende Gedanken stoppen kannst.

Ratschlag gegen Denkfehler

Bereit für meinen Tipp?

Beobachte dich sich selbst ganz bewusst in den nächsten Tagen, welchen typischen Denkfehlern du selbst unterliegst und reflektiere diese mit den oben genannten Fragen.

Beobachte auch Denkfallen und Denkstile in deinem Umfeld.
Welche typischen Denkfehler machen deine Kolleg*Innen und Freunde?
Bei anderen Menschen erkennt man solche Verhaltensmuster teilweise früher, als bei einem selbst.

Gehe deinen Gedanken und Gefühlen mal näher auf die Spur. Hierzu habe ich ein Tool für dich zum Download:

Zum Gefühlsprotokoll

Literatur:

Gruber, T.: Therapie-Tools. Ressourcenaktivierung. Programm PVU Psychologie Verlags Union. 2020
Arndt, P. Klingen, N.: Memorix Psychosomatik und Psychotherapie, Thieme Verlag KG, 2011
Wilken, B.: Methoden der kognitiven Umstrukturierung. Ein Leitfaden für die psychotherapeutische Praxis. Kohlhammer, 2010.
Chowdhury, K.: Managing Workplace Stress. The Cognitive Behavioral Way, Springer 2013
Dobelly, R.: Die Kunst des klugen Handelns. Piper Verlag 2024
Hülsen, Y; Stavemann, H.: Integrative KVT bei Frustrationsintoleranz. Beltz Verlag, 2016
Sauerland, M.: Design your mind- Denkfallen entlarven und überwinden. Springer Verlag, 2015

In unserer schnelllebigen Welt ist das Streben nach einem zufriedenen Leben oft ein zentrales Thema.

Doch was bedeutet es wirklich, zufrieden zu leben?

Ist es das Erreichen unserer höchsten Träume, das Finden der perfekten Balance zwischen Arbeit und Freizeit oder einfach das Gefühl, am Ende des Tages mit einem Lächeln einzuschlafen? In diesem Artikel tauchen wir tief in das Konzept der Lebenszufriedenheit ein und erforschen, wie es sich von der allgemeinen Lebensqualität unterscheidet. Wir werden gemeinsam erkunden, welche Elemente zu einem wahrhaft zufriedenen Leben beitragen, wie man seine eigene Zufriedenheit bewerten kann und welche Fragen zur Selbstreflexion dabei helfen können, das eigene Glück zu finden. Gehe mit auf die Reise zur Entdeckung, wie dein zufriedenes Leben in der heutigen Zeit aussehen kann.

Wie definiert man ein zufriedenes Leben?

Lebenszufriedenheit ist ein weitreichendes Konzept, bei dem es unterschiedliche semantische Akzentuierungen gibt. Man unterscheidet hier zum Beispiel zwischen Wohlbefinden, allgemeiner Lebensqualität und dem Glück. Zudem ist natürlich spannend, ob ich nur mich selbst betrachte oder ob ich mich mit anderen vergleiche. Zudem ist relevant, welchen Umfang ich betrachte für mein zufriedenes Leben. Betrachte ich die globale Lebenszufriedenheit oder differenziere ich zwischen verschiedenen Lebensbereichen. Ich kann auch unterschiedliche Perspektiven einnehmen, betrachte ich die Lebenszufriedenheit bilanzierend rückblickend oder gegenwartsbezogen.

Im englischsprachigen Raum versteht man unter einem zufriedenen Leben oft das, was man sich unter Wohlfühlen vorstellt. Dabei betrachtet man vier verschiedene Aspekte:

  • Lebenszufriedenheit als Kongruenz (Kongruenz = Übereinstimmung): Das bedeutet, man ist zufrieden, wenn das Leben so läuft, wie man es sich vorgestellt hat. Wenn man also seine Ziele und Wünsche erreicht, fühlt man sich gut.
  • Glück: Hier geht es um ein länger anhaltendes gutes Gefühl. Man fühlt sich über einen längeren Zeitraum hinweg positiv und glücklich. (lies mehr darüber im Blog glücklich sein.)
  • Positiver Affekt (Affekt = Gefühl): Das ist ein kurzfristiges Gefühl von Freude. Es beschreibt die Momente, in denen man sich spontan glücklich und fröhlich fühlt.
  • Negativer Affekt (Affekt = Gefühl): Das Gegenteil davon, also wenn man sich kurzzeitig ängstlich, traurig oder besorgt fühlt.

Diese Aspekte zusammen ergeben das, was man als ein zufriedenes Leben ansieht – es geht darum, wie man sich fühlt und wie zufrieden man mit seinem Leben ist.

 

Zufrieden Leben Glück und positive und negative Affekte

 

Was ist der Unterschied von Lebenszufriedenheit und der Lebensqualität?

Zur besseren Abgrenzung der Lebenszufriedenheit wird hier ein weiterer Begriff, die Lebensqualität vorgestellt (quality of life). Dieses Konstrukt wird in vielen Disziplinen wie der Geographie, Philosophie, Literatur, Wirtschaft, Politik, Werbung und der Medizin verwendet. Lebensqualität hat viel mit Gesundheitsdefinition der WHO als Zustand der vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens zu tun. Die Lebensqualität bezieht sich hier auf den körperlichen, psychischen, sozialen, finanziellen, sexuellen, funktionalen und spirituellen Bereich. In der Medizin hat sich inzwischen die Auffassung durchgesetzt, dass es nicht nur um die reine Verlängerung des Lebens geht, sondern auch um die Verbesserung der individuellen Lebensqualität.

Zufrieden Leben und Lebensqualität

Was gehört zu einem zufriedenen Leben?

Diese Frage lässt sich am besten beantworten, indem wir die Säulen der Lebenszufriedenheit betrachten. Hier können wir zum Beispiel die acht nachfolgenden Lebensbereiche in Augenschein nehmen, die für das zufriedene Leben besonders relevant sind:

  • Gesundheit
  • Arbeit und Beruf
  • Finanzielle Lage
  • Freizeit und Hobby
  • Ehe und Partnerschaft
  • Beziehung zu den Kindern
  • Eigene Person
  • Freunde und Bekannte

 

Gesundheit: Dies umfasst sowohl die körperliche als auch die geistige Gesundheit. Ein ausgeglichener Lebensstil mit gesunder Ernährung, regelmäßiger Bewegung und ausreichendem Schlaf sind wesentlich. Geistige Gesundheit bezieht sich auf das Wohlbefinden, die Fähigkeit, Stress zu bewältigen, und das Gefühl der inneren Ruhe.

Arbeit und Beruf: Hier geht es um die Zufriedenheit im Berufsleben. Wichtig sind Faktoren wie die Sinnhaftigkeit der Arbeit, die Übereinstimmung mit den eigenen Werten, die Work-Life-Balance, und das Gefühl, durch die Arbeit persönliche und berufliche Ziele zu erreichen. (Lies mehr darüber in meinem Blog Werte herausfinden, Work-Life-Balance, und zufrieden im Job.)

Finanzielle Lage: Finanzielle Sicherheit ist ein wichtiger Aspekt. Es geht nicht um Reichtum, sondern darum, dass man sich keine Sorgen um die Grundbedürfnisse machen muss und sich einige Wünsche erfüllen kann, was zu einem Gefühl der Stabilität und Freiheit führt.

Freizeit und Hobby: Aktivitäten außerhalb der Arbeit, die Freude und Entspannung bringen, sind entscheidend für das Wohlbefinden. Hobbies ermöglichen kreative Entfaltung, Stressabbau und können einen Ausgleich zum Berufsleben schaffen.

Ehe und Partnerschaft: Eine erfüllende Partnerschaft, in der gegenseitige Unterstützung, Liebe und Respekt vorherrschen, trägt maßgeblich zum persönlichen Glück bei. Wichtige Aspekte sind Kommunikation, gemeinsame Werte und die Fähigkeit, gemeinsam zu wachsen.

Beziehung zu den Kindern: Eine starke, positive Beziehung zu den eigenen Kindern kann große Zufriedenheit bringen. Hier spielen Erziehung, gemeinsame Zeit, Verständnis und Liebe eine wesentliche Rolle.

Eigene Person: Dies bezieht sich auf das Selbstbewusstsein, Selbstakzeptanz und die persönliche Entwicklung. Sich seiner Stärken und Schwächen bewusst zu sein und an sich zu arbeiten, fördert das persönliche Wachstum und das Wohlbefinden.

Freunde und Bekannte: Soziale Beziehungen sind für das menschliche Wohlbefinden unerlässlich. Freundschaften bieten Unterstützung, Freude und ein Gefühl der Zugehörigkeit. Sie sind wichtig für den Austausch, das Teilen von Erfahrungen und für emotionale Unterstützung. (lies mehr darüber im Blog gute Beziehungen)

Diese Bereiche in einem harmonischen Gleichgewicht zu halten, trägt zu einem zufriedenen und erfüllten Leben bei.

 

Säulen für ein zufriedenes Leben

Wie kann ich meine Lebenszufriedenheit herausfinden?

Du kannst alle Bereiche für dich selbst einmal bewerten. Dazu kannst du das Lebensrad der Zufriedenheit nutzen. Ich habe hier ein Lebensrad mit den oben genannten 8 Dimensionen erstellt. Natürlich kannst du auch einzelne Bereiche, durch andere ersetzen, die für dein zufriedenes Leben besonders relevant sind. Diese könnten zum Beispiel die Wohnsituation oder die Sexualität sein. Wenn du die Dimensionen festgelegt hast, nutzt du die nachfolgende Skalenfrage zur Bewertung.

Wie zufrieden bist du in dem jeweiligen Bereich auf einer Skala von 1 bis 10?
1 würde bedeuten, völlig unzufrieden, 10 bedeutet äußerst zufrieden.

Eine hilfreiche Darstellung ist es, wenn du diese Zahlen in dem Rad des Lebens einzeichnen.

In den folgenden Grafiken erhältst du eine Vorlage für ein Lebensrad der Zufriedenheit und ein ausgefülltes Lebensrad als Beispiel.

 

Lebensrad Tool für die Selbstanalyse

Lebensrad Tool für zufriedenes Leben

Welche Fragen kann ich mir zur Reflexion meiner Zufriedenheit im Leben stellen?

  • Welcher Wert ist besonders niedrig / besonders hoch?
  • Wie rund läuft dein Rad des Lebens?
  • Wo möchtest du ansetzen?
  • War der Wert schon einmal höher?
  • Was hast du damals unternommen?
  • Welche Wechselwirkungen bestehen zwischen den Segmenten?

Suche dir einen Bereich aus, den du verbessern möchtest und überlege dir konkrete Maßnahmen, was du tun kannst um deine Lebenszufriedenheit zu verbessern.

Ich stelle auf meiner Homepage noch ein weiteres Selbstanalyse Tool für dein zufriedenes Leben zur Verfügung. So kannst du eine umfangreichere Selbstanalyse durchführen. Du erhältst von mir in einem nachfolgenden Strategiegespräch deine persönliche Auswertung.

 

Literatur

Badura, B./Lehmann, H.: Sozialpolitische Rahmenbedingungen, Ziele und Wirkungen von Rehabilitation. In U. Koch, G. Lucius-Hoene & R. Stiege (Hrsg), Handbuch der Rehabilitationspsychologie Berlin: Springer (1988)
Lawrence, J./Liang, J.: Structural integration of Affects Balance Scale and the Life Satisfaction Index A: race, sex, and age differences. Psychology and Aging, 3, 375-383. 1988

In diesem Beitrag geht es um die Herausforderungen der Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie die Faktoren, die Konflikte beeinflussen. Neben den Problemen werfen wir auch einen Blick auf die positiven Effekte dieser Vereinbarkeit und natürlich Lösungsmöglichkeiten.

Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Beruf und Familie stellen uns immer wieder vor große Herausforderungen. In bestimmten Phasen verlangt die Familie viel Aufmerksamkeit, z.B. weil unsere Kinder uns fordern oder weil z.B. im Beruf eine Veränderung ansteht, die uns alles abverlangt. Das kann zu Konflikten führen.

Wenn wir uns den Konflikt zwischen Beruf und Familie genauer anschauen, können zwei verschiedene Formen von Konflikten auftreten.

Entweder wird das Familienleben durch die beruflichen Anforderungen gestört. In diesem Fall spricht man von einem Beruf-Familie-Konflikt („Ich bin durch meinen Beruf so in Anspruch genommen, dass ich zu müde bin, um noch etwas mit meine*m Partner*in meinen Kindern zu unternehmen“) oder von Konflikten, bei denen sich partnerschaftlich-familiäre Anforderungen negativ auf den beruflichen Bereich auswirken. In diesem Fall spricht man von einem Familie-Beruf-Konflikt („Mein Privatleben nimmt mich oft so sehr in Anspruch, dass ich bei der Arbeit unausgeschlafen und unkonzentriert bin“).

Vereinbarkeit Beruf und Familie

Beide Konflikte kommen vor und sind kein „Beinbruch“. Wenn man sich dem Konflikt stellt und nicht den Kopf in den Sand steckt und nichts tut. Besser ist es, nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen.

Der erste Schritt zur Konfliktlösung besteht oft darin, die Ursache des Konflikts zu verstehen.

 

Gründe für Streit zwischen Arbeit und Familie

Ursachen von Konflikten

Die Ursachen von Konflikten können sich aus drei verschiedenen Konfliktquellen ergeben.

Zeitbasierter Konflikt

Hier geht es um ungleiche Zeitverwendung in verschiedenen Bereichen. Ein plakatives Beispiel wäre, dass ein Partner seine E-Mails checkt, obwohl er den Feierabend lieber mit den Kindern verbringen und mit ihnen spielen sollte.

Beanspruchungsbasierter Konflikt

Die Ursache kann eine Über- oder Unterforderung sein. Möglicherweise ist die Person für zu viele Bereiche zuständig und fühlt sich überfordert. Andererseits kann auch Langeweile in Lebensbereichen eine Rolle spielen, die dann zu einer Unterforderung und damit zu einem Konflikt führen kann.

Verhaltensbasierter Konflikt

Hier kann ein Fehlverhalten oder die Anwendung dysfunktionaler Handlungsstrategien die Ursache sein. Im Extremfall kann dies ein cholerischer oder autoritärer Umgang mit Menschen zu Hause oder am Arbeitsplatz sein.

 

Die folgende Darstellung zeigt auf einen Blick, welche Einflussfaktoren zu Konflikten führen können:

Bereiche die zu Problemen bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie

 

Studien zeigen, dass hohe Beanspruchung und Erschöpfung Konflikte verstärken können und häufig auch das Ergebnis von Konflikten sind. Es besteht also ein Zusammenhang zwischen dem Erleben von Konflikten in den beiden Bereichen Arbeit und Familie. In der Folge kommt es zu Erschöpfungszuständen und die Beanspruchung steigt weiter an.
Männer und Frauen reagieren hier etwas unterschiedlich. Frauen erleben eher den Konflikt Familie-Beruf, während Männer eher den Konflikt Beruf-Familie angeben. Hinzu kommt, dass Frauen Konflikte schneller wahrnehmen und häufiger berichten.

Positive Auswirkungen der Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie kann auch positive Effekte haben. Hier spricht man in der Literatur von positivem Transfer, positivem Spillover (Übertragungseffekt), Enhancement (Erweiterung) oder Enrichment (Anreicherung). Dabei geht es darum, dass die positiven Erfahrungen und das Engagement in einem Lebensbereich, z.B. der Erwerbsarbeit, die Fähigkeiten und Erfahrungen in einem anderen Lebensbereich, z.B. der Familienarbeit, bereichern. Auch hier sind die beiden Wirkungsrichtungen Familie-Beruf und Beruf-Familie zu beobachten.

Die Effekte, die hier beobachtet werden können, sind:

  • Additive Effekte des Engagements in verschiedenen Lebensbereichen auf das Wohlbefinden. Das heißt also, ein gutes Wohlbefinden entsteht, weil das Leben auf verschiedenen Säulen steht. Hier also Beruf und Familie.
  • Puffereffekte, bei denen das Engagement in einem Lebensbereich die Auswirkungen negativer Erfahrungen in einem anderen Lebensbereich abfedert und z.B. kompensiert.
  • Positive Transfereffekte im engeren Sinne. Hier wirken sich positive Erfahrungen und Ressourcen wie z.B. Kompetenzen, Selbstwirksamkeitsüberzeugungen, materielle Ressourcen aus einem Bereich positiv auf den anderen Bereich und die Rollen aus.

 

Vereinbarkeit Familie und Beruf

 

Mögliche Lösungen zur Vereinbarkeit Beruf und Familie

Oft ist es nicht einfach, Konflikte zu erkennen, zu entflechten und zu benennen. Die Gestaltung und Priorisierung der einzelnen Lebensbereiche ist von Mensch zu Mensch, oft auch von Partner zu Partner, sehr unterschiedlich. Was der eine als angenehm empfindet, kann dem anderen die Decke auf den Kopf fallen lassen. Deshalb ist es wichtig – bei der Ableitung von Maßnahmen – den individuellen Hintergrund zu berücksichtigen. Die Ausgewogenheit zwischen den Bereichen ist jedoch sehr relevant für das Zufriedenheitsempfinden.

Tipps für Strategien zur Lösung des Beruf-Familie-Konflikts:

  • Zeitbezogene Strategien können flexible Arbeitszeitmodelle wie Arbeitszeitkonten, Gleitzeit, Telearbeit/Homeoffice, Arbeitszeitreduzierung, Freistellungsphasen wie Elternzeit oder Sabbaticals sein.
  • Informationsbezogene Strategien können die individuelle Beratung der Beschäftigten durch Work-Life-Balance-Beauftragte, die Personalabteilung, Coaching oder Mentoring oder gezielte Trainings zu Stressmanagement und Regenerationsmethoden sein.
  • Finanzielle Strategien können die Nutzung von Kindertagesstätten, Kinderferienprogrammen, Hausaufgabenbetreuung/Hort, Seniorenbetreuungseinrichtungen oder die Einstellung einer Haushaltshilfe sein.

 

Hebel für die Lösung von Problemen bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie

 

Erkenntnisse über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Die subjektive Lebensqualität wird wesentlich davon bestimmt, wie gut es gelingt, die – je nach Lebensphase unterschiedlichen – Anforderungen und Bedürfnisse in verschiedenen Lebensbereichen wie Beruf, Familie, Partnerschaft, bürgerschaftliches Engagement oder Freizeit miteinander in Einklang zu bringen. Es ist die Abstimmung der unterschiedlichen Bedürfnisse und Anforderungen, die Life Domain Balance zu einem lebenslang zu gestaltenden Prozess macht. Dieser Prozess muss von jedem Akteur aktiv gestaltet werden.

Unterstützung durch ein Coaching & Mentoring

Ein Coaching kann bei Konflikten zwischen Beruf und Familie gute Dienste leisten. Durch eine gründliche und zielgerichtete Analyse der Ist-Situation und die Entwicklung verschiedener Lösungsmöglichkeiten ist schnell Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Die Begleitung durch einen Mentor bei der Umsetzung der erarbeiteten Lösung kann solche Konflikte oft schnell verbessern. So können die notwendigen Stellschrauben für eine entspanntere Zukunft erkannt und verändert werden.

Du steckst mittendrin?
Zwischen Job und Familie. Zwischen Erwartungen und dem Wunsch, einfach mal durchzuatmen.
Dann lass uns hinschauen. Sortieren. Lösen.
Im Konfliktcoaching. Im Gespräch.
Ich begleite dich – Schritt für Schritt – bis du wieder spürst:
Da ist Platz für dich.

Meld dich. Wir sprechen ganz unverbindlich und schauen, was dir weiterhelfen kann.

 

Hilfestellung durch einen Mentor oder Coach

 

Literatur

Ulich, E./Wiese, B.: Life Domain Balance. Konzepte zur Verbesserung der Lebensqualität. Springer Gabler Verlag. Wiesbaden 2011.
Greenhaus, J./Beutel, N.: Sources of conflict between work and family roles. In: Academy of Management Review. 10. 1985